B¨rger Stiftung Stormarn

WIR SCHAFFEN DAS

Integration von Flüchtlingen: Es bleibt noch viel zu tun

Deutsch lernen, Arbeit finden

Als vor einem Jahr die Flüchtlingskrise ausgerufen wurde und die Menschen in großer Zahl nach Deutschland zogen, waren die Sozialpaten in Barsbüttel bereits seit längerer Zeit aktiv. Als vor gut einem Jahr Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte: „Wir schaffen das“, waren die ehrenamtlichen Helfer in der Gemeinde bereits dabei, die Neuankömmlinge in Empfang zu nehmen. Unter dem Dach der Bürgerstiftung fanden sich zahlreiche Barsbütteler zusammen, um den Flüchtlingen zu helfen.

Kümmern sich um Flüchtlinge: Stefanie Graupmann, Uta Schröder und Gabriela Wurst (v.l.). Foto: Schult

„Wir haben es geschafft“, ziehen Uta Schröder, Integrationspatin der ersten Stunde, Gabriela Wurst, ehrenamtliche Organisatorin bei der Bürgerstiftung, und Stefanie Graupmann, Flüchtlingskoordinatorin der Gemeinde, eine erste Bilanz. In Barsbüttel musste kein Flüchtling in einer Turnhalle leben, die Gemeinde hatte sich rechtzeitig um Wohnraum bemüht. Alle Neuankömmlinge wurden mit dem Nötigsten versorgt und von Integrationspaten empfangen und informiert.

Inzwischen helfen hauptamtliche Sozialpädagogen und Sprachmittler dabei. „Die Integrationspaten sind entspannter geworden“, hat Gabriela Wurst festgestellt. Das bestätigt Uta Schröder: „Am Anfang hatten wir gar nichts, die Schwierigkeiten sind geringer geworden.“ Doch es bleibt noch viel zu tun, um Integration tatsächlich zu verwirklichen, sind sie sich ebenfalls einig. Dafür ist nicht zuletzt der kontinuierliche Einsatz aller Betreuer weiterhin nötig, obwohl jetzt nur noch wenige Asylbewerber aus der Erstaufnahmeienrichtungen nach Barsbüttel kommen. Denn Integration ist für die meisten Flüchtlinge noch lange nicht geschafft. Vielen muss noch deutlich werden, wie wichtig es ist, möglichst schnell Deutsch zu lernen. Einige sind allerdings auch sehr ehrgeizig und erfolgreich dabei, berichtet Stefanie Graupmann.

„Ich freue mich über jeden Fortschritt“, sagt sie. „Vor allem müssen die Möglichkeiten, Ausbildungsplätze und Arbeit zu finden, verbessert werden“, sagt Uta Schröder.

Denn viele Flüchtlinge sind nicht gut ausgebildet. „Wir müssen viel mehr in Ausbildung investieren“, ist sie überzeugt. Gabriele Wurst sieht dabei unter anderem die Wirtschaftsverbände und ihre Mitglieder gefordert.

„Wir vermissen, dass die Wirtschaftliche Vereinigung Barsbüttel sich engangiert.“ Aber auch der Flüchtlingslotse der Industrie- und Handelskammer sei noch nicht bis nach Barsbüttel gekommen. Mit der Bundesagentur für Arbeit sei die Zusammenarbeit dagegen sehr gut. Vier Barbütteler Flüchtlinge seien darüber bereits vermittelt worden. Sprachkurse, Praktika und darüber schließlich ein Ausbildungs- oder Arbeitsplatz sei der Weg, der bereits Erfolge zu verzeichnen habe. Integrationskurse gebe es inzwischen genug, berichten die Barsbüttlerinnen. Allerdings müssten viele Flüchtlinge erst motiviert werden, dort auch intensiv mitzuarbeiten. „Ich erzähle immer wieder, wie wichtig es ist, den Integrationskurs gut zu bestehen“, berichtet Uta Schröder. Sie will vermitteln, wie wichtig gute Sprachkenntnisse sind, um Arbeit zu finden. Doch über die Sprachvermittlung hinaus könnten die Integrationskurse noch besser und bei der Vermittlung unserer kulturellen Werte lebensnäher werden, meint sie. Dabei sollte nicht zuletzt deutlich werden, dass Frauen bei uns gleichberechtigt sind und selbst über sich bestimmen können. Das ist den Barsbüttelerinnen sehr wichtig. Sie wissen allerdins auch: „Bis sich in den Köpfen etws ändert, kann es lange dauern.“

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