B¨rger Stiftung Stormarn

Bereicherung beim Dialog der Kulturen

Das Café International wurde zum festen Treffpunkt

Trittauer Bürgerstiftung sorgt für Bereicherung beim Dialog der Kulturen

Die nächsten Termine im Cafè International, Am Mühlenteich 3, sind Freitag, der 16. und 23. September immer von 14 - 16 Uhr.

Trittau / Das Café International in der Wassermühle, von der Trittauer Bürgerstiftung ins Leben gerufen, etabliert sich zum festen Bestandteil beim Zusammentreffen von Einheimischen und Zugezogenen. Damit wird ein Kennenlernen in ungezwungener Atmosphäre bei Kaffee, Tee und Gebäck ermöglicht. Spielrunden werden gebildet und Gespräche zu den unterschiedlichsten Themen geführt. „Wir suchen für das Café gerne noch Helferinnen und Helfer, oder auch nur zum Klönen“, so der Vorsitzende der Bürgerstiftung Walter Nussel.

In unregelmäßigen Abständen, weil nicht immer die Räume der Wassermühle zur Verfügung stehen, lädt die Bürgerstiftung freitags von 14 bis 16 Uhr alle Mitbürgerinnen und Mitbürger auch aus den Nachbarorten ein. Mit dem Blick auf das Gemeinwohl in der Region helfen die Ehrenamtlichen so auch bei der Integration von Asylbewerbern und fördern ein respektvolles Miteinander beim Dialog der Kulturen. „Herzlich Willkommen“ heißt es auf den Banderolen, die in den unterschiedlichsten Sprachen die Windlichter auf den Tischen dekorieren. Lebhafte Gespräche und Gesellschaftsspiele führen zwischen den Einheimischen untereinander und auch Asylbewerbern zum intensiven Austausch. Nach der ersten Begegnung im Café International Ende Juni hat es in loser Folge mehrere Treffen gegeben. Einige Male und mit großer Zustimmung konnten Gäste aus Albanien, Afghanistan, dem Irak oder Syrien begrüßt werden.

Zu erfahren war, dass einige Flüchtlinge wieder in ihre Länder zurückgekehrt sind, sodass diesmal, nach kurzer Sommerpause, unter den Einheimischen nur Gäste aus Syrien anzutreffen waren, die sich übrigens auch mit ihrer Hilfe für ein geselliges Miteinander einbrachten. In gemischten Runden waren die Tische besetzt. „Wir haben eine Aufenthaltsgenehmigung für ein Jahr und warten auf drei Jahre“, berichteten Mohammad Walid Buzan (65, Maler) aus Aleppo sowie Mohmood Schekhane (33, Metallhandwerker, seit einem Jahr in Deutschland, davon sechs Monate in Dahmker) und Mohammad Seed Ezzat Najjar (38, seit elf Monaten in Deutschland, davon neun Monate in Trittau) aus Damaskus, die alle gerne arbeiten würden und betonten, dass sie Angst um ihre zurückgelassenen Familien haben.

Mit Brettspielen vergnügte sich auch Mohammad Alomar (30) mit seiner Frau Fatima Zrik (26) und den drei Kindern gemeinsam mit Sabine Paap oder auch Gabi Pulst. „Ich lerne auch zu Hause viel Deutsch, damit ich schnell eine Arbeit finde. Aber Grammatik ist schwer“, so der Elektroniker aus Aleppo, der bei der Flucht eine gefährliche Bootsfahrt auf sich genommen hatte.

Überwiegend klappt auch die Verständigung recht gut, doch Uschi Weyand aus Hamfelde beklagt, dass alle Folgekurse für den Deutschunterricht in Ahrensburg und Reinbek dicht belegt seien. „Es gibt viel mehr Bedarf, es müssten mehr angeboten werden, doch es fehlen Lehrer“, sagt die ehemalige Deutschlehrerin, die sich auch in der Volkshochschule engagiert und erwähnt, dass „der Unterricht von vielen Leuten gemacht werden könnte und nicht unbedingt von ausgebildeten Lehrern“.


von Margret Pantelmann

 

 

 

 

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Mohammad Alomar mit seiner Frau Fatima Zrik und den drei Kindern beim  Brettspiel mit Sabine Paap (Mitte) und Christine Tismer (rechts). Foto: Margret Pantelmann

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Eine lebhaft-fröhliche Runde mit den Gästen aus Syrien und Uschi Weyand (2. von links), die auch Deutschkurse gibt. Foto: Margret Pantelmann

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Sie sind aus Syrien geflohen und besuchten das Café International in Trittau: Mohammad Walid Buzan, Mohammad Seed Ezzat Najjar und Mohmood Schekhane (von links). Foto: Margret Pantelmann