10.02.2026
Mithilfe einer Förderung der Geschwister Gramberg Stiftung konnten im vergangenen Jahr zwei unserer Trauergruppen für verwaiste Eltern finanziert werden. Ziel des Angebots ist es, trauernden Eltern einen verlässlichen, geschützten Raum zu bieten, in dem sie mit ihrer Trauer nicht allein bleiben, sich austauschen und gegenseitig stärken können. Die Gruppen wurden von einer ausgebildeten Trauerbegleiterin professionell angeleitet.
Beide Gruppen trafen sich jeweils zweimal monatlich in den Vereinsräumen in Hamburg-Eimsbüttel. Eine der Gruppen befand sich bereits im dritten Jahr ihres gemeinsamen Weges. Durch die lange Zeit des kontinuierlichen Austauschs ist eine große Vertrautheit entstanden. Die teilnehmenden Eltern kennen die verstorbenen Kinder der anderen durch Erzählungen, Fotos und gemeinsame Rituale. Persönlich gestaltete Teelichtgläser für die verstorbenen Kinder werden auch dann entzündet, wenn einzelne Eltern an einem Termin nicht teilnehmen können. In der Gruppe ist spürbar, dass die Kinder nicht vergessen sind – ein bedeutsamer Kontrast zum Alltag vieler Eltern, in dem kaum noch nach ihnen gefragt wird. Verschiedene thematische Impulse, etwa das Mitbringen von Musikstücken mit Bezug zum verstorbenen Kind, eröffneten emotionale Zugänge und vertieften das gegenseitige Verständnis. Begonnen wurde zudem mit gemeinsamen Besuchen der Grabstätten der Kinder, verbunden mit anschließenden Begegnungen im häuslichen Umfeld der Familien.
Mit unserem Spendenformular können sie bequem einzelne Stiftungsfonds in unserer Region bedenken.
Die zweite Gruppe setzte sich aus Eltern zusammen, die ihr Kind im Erwachsenenalter verloren haben, und begann 2025 ihren gemeinsamen Weg. Entsprechend befanden sich die Teilnehmenden in unterschiedlichen Stadien des Kennenlernens. Um den Austausch zu unterstützen, wurden behutsame, spielerische Impulse eingesetzt, etwa das Ziehen ermutigender Begriffe oder Textkarten. Diese gaben Anlass, auch Themen Raum zu geben, die sonst schwer zugänglich sind. Zentrale Inhalte waren der Umgang mit der eigenen Trauer, das veränderte Leben, das Sprechen über das verstorbene Kind, der Umgang mit dem sozialen Umfeld sowie individuelle Bewältigungsstrategien.
Viele Teilnehmende beschrieben es als große Entlastung, in der Gruppe offen sprechen zu können, ohne Rücksicht nehmen oder sich erklären zu müssen. Die Förderung in Höhe von 5.000 Euro durch die Geschwister Gramberg Stiftung hat maßgeblich dazu beigetragen, diese kontinuierliche und verlässliche Begleitung im Jahr 2025 zu ermöglichen und Eltern in einer existenziellen Lebenssituation zu stärken.
Um in wirtschaftlich schwierigen Zeiten finanzielle Hürden abzubauen, erheben wir seit Mai 2025 keine Teilnahmegebühren mehr. Wir würden uns freuen, wenn Sie uns auch weiterhin unterstützen, damit Trauer keine Frage des Geldes sein muss.